Zarathustrischer Glaube

Zarathustrischer Glaube

In der Geschichte der Welt ist Zarathustra die erste Persönlichkeit, die eine Religion als ethisch-moralische Verkündigung verstanden und verkündet hat, die Einzigkeit der Wahrheit gelehrt und den Menschen beigebracht hat, dass Wahrhaftigkeit und Güte die vollkommenen Wahrheiten des Seins sind und diese die wahre Vollkommenheit und Entwicklung der Menschheit bedeuten. Die meisten Religionen sind bemüht, die Menschen durch Ausübung eigenartiger Rituale in eine bestimmte Lehre einzubinden, damit vorerst ihre Bereitschaft durch diese Äußerlichkeiten erhöht wird, diese Religionen zu akzeptieren.
Obwohl diese Kalkulation sehr häufig richtig war und bei vielen Menschen tatsächlich eine Wirkung gezeigt hat, muss man feststellen, dass die rituell-religiösen Äußerlichkeiten keine tiefe Wirkung für die Erkennung der Wahrheit besitzen und im Endeffekt dem Aberglauben und der seelischen Entgleisung der Menschen förderlich sind. Zarathustra ist einer der wichtigsten Propheten, die in der Menschheitsgeschichte erschienen sind und aufgrund der Verkündung seiner Philosophie die Menschen davon befreit hat, die schwere Last der oberflächlichen Rituale zu tragen.

Er hat ernsthaft dafür gekämpft, auch diese menschenschädlichen Äußerlichkeiten und Rituale zu beseitigen und baute die zarathustrische Religion alleine auf ethisch-moralischen Säulen auf. Obwohl uns heute klar ist, dass “Gutes tun” erst dann gut ist, wenn es nur dafür getan wird, damit etwas Gutes getan wurde, ohne Hoffnung auf Belohnung oder Angst vor Strafen, muss man sich dennoch vor Augen führen, dass Grundsatz “Gutes tun” von Zarathustra in einer Zeit verkündet wurde, als die Menschheit noch auf dem Gipfel ihrer Wildheit und Dummheit lebte.

Selbst jetzt, Tausende von Jahren nach der Verkündung Zarathustras gibt es Menschen, Gesellschaften und Kulturkreise, die noch nie etwas von Zarathustras Lehre gehört haben. Also in einer Zeit, in der Zauberei und Götzendienerei die einzige religiöse Form auf der Welt war, baute Zarathustra eine Religion auf, in der die drei wichtigsten Säulen, “Gute Gedanken”“Gute Worte” und “Gute Taten”waren. Dadurch machte Zarathustra klar, dass die Religion eigentlich die Aufgabe hat, die Wahrhaftigkeit zu fördern, um damit die Menschheit zu retten.

Hiermit hat Zarathustra der Klarstellung einer Wahrheit gedient, welche eine große philosophische und ethische Bedeutung hat, aber auch zugleich eine einfache und verständliche Ausstrahlung.
Damals befreite Zarathustra die Menschheit vom Aberglauben, indem er seine religiöse Lehre fern von jeder Irrealität durch sinnvolle und nützliche Vorschläge zu den besten Lebensgesetzen machte, die es bisher gegeben hat. Jede Art von Opferbringungen wurde radikal abgeschafft. Zarathustra sagte den Menschen: Kein Opfer und Geschenk dieser Art wird von Ahura-Mazda angenommen außer einer Dankbarkeit in Form von “Gutes tun”. Diese Reform zeigte nicht nur die Tapferkeit Zarathustras, sondern auch seine Fähigkeit zu erkennen.

Es war eine schwere Aufgabe, die religiösen Vorstellungen der Menschen von bloßen Äußerlichkeiten, Aberglauben, Zauberei und blutigen Opferbringungen zu einer Angelegenheit des tiefen Denkens umzustellen. Das, was Zarathustra hierbei durchgesetzt hat, waren keine Erkenntnisse, die er durch das Lesen der Bücher hätte erwerben können, nein, dies ist eine göttliche Ausstrahlung auf ihn gewesen, wodurch er sein Wesen und Leben, die Helligkeit dieses Glaubens bekam.
Es gab so viele Völker, die die Gnade Gottes für sich in Anspruch nahmen und meinten, Gott würde ihre Volksgruppe bevorzugt behandeln: Nur ihre eigenen Landsleute würden aufgrund bloßer Zugehörigkeit zu einer Religion oder Nationalität zu den Einzigen gehören, denen die ewige Glückseligkeit zuteil würde, ohne sich in ihrem Leben besondere Mühe gegeben zu haben. Zarathustra und die Zarathustrier wussten, dass Gottes Gnade niemals einem einzigen Volk gehören konnte.

Zarathustra war der erste Prophet der Welt, der die religiösen Vorstellungen von solchen Einschränkungen befreit hat. Zarathustra meinte, dass jeder Mensch, unabhängig von seiner Herkunft, Zugehörigkeit oder Rasse die Gnade Gottes in Anspruch nehmen könne, wenn er nur “Gutes denken”, “Gutes sagen” und “Gutes tun” würde. Der Aufruf Zarathustras ist eine Herausforderung, dass sich Menschen auf der ganzen Welt gegen Lug und Trug aufbäumen. Man muss die zarathustrischen Grundsätze als Lehrsätze des Lebens bezeichnen, die überall und für jeden Menschen jederzeit ihre volle Gültigkeit haben. Zarathustra war kein Mensch, dem zufällig eine Wahrheit über den Weg gelaufen war, oder der rein zufällig eine Lebensphilosophie entdeckt hätte.
Er war auch kein Separatist, der seine Entdeckungen für sich behielt oder nur den wenigen Freunden in seiner Nähe den Zutritt erlaubt hat. Nein, Zarathustra war ein Wächter, der auf einem Berggipfel sehnsüchtig auf das Aufgehen der Sonne wartete, und als er den ersten Sonnenstrahl wahrnahm, laut und erfreut aufschrie und die sich im Schlaf der Dummheit und Ignoranz befindlichen Menschen der Welt wachrüttelte.

Zarathustra stellte klar, dass die Sonne der Wahrheit und Wahrhaftigkeit, die Güte und Gnade Gottes jedem Menschen ohne Ausnahme und ohne Unterschied zuteil würde. Die Zarathustrier waren entschieden verpflichtet, gegen das Schlechte zu kämpfen und dabei von Ahura-Mazda Hilfe zu erwarten, offen und offensiv zu sein, fleißig zu arbeiten, sich ein schönes Leben zu gönnen.
Da ist auch ein Kampf angesagt, um der Welt zur Weiterentwicklung zu verhelfen, auch für ein materiell besseres Leben, für Gemütlichkeit und Schönheit des Lebens. Es ist klar, dass sich in der Welt des Seins ewig zwei Kräfte im Kampf gegeneinander befinden. Wir Menschen sind dabei verpflichtet, für das Gute und gegen das Schlechte Partei zu ergreifen und diesen kompromisslosen Kampf tapfer zu führen.
Die Kraft dieser Religion stärkte die Iraner so, dass sie durch ihre Überlegenheit das größte Reich der damaligen Welt gründeten.

Mit wenig Veränderung von : Dr. A. Madjderey , zarathustra.ch

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